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Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) haben unser gesamtes Arbeitshandeln durchdrungen. Sie sorgen dafür, dass wir schnell riesige Datenmenge durchsuchen und zu jeder Zeit, an jedem Ort, miteinander kommunizieren können. Sie sorgen allerdings auch dafür, dass wir alle 6 Sekunden am Arbeitsplatz abgelenkt werden. Ein Reiz fordert unsere Aufmerksamkeit und unterbricht für diesen Moment das Zusammenwirken der verschiedenen Bereiche im Gehirn, die Kreativität und komplexes Denken ermöglichen.

 

Der digitale Reiz trifft uns in Form einer E-Mail, einer Benachrichtigung, einem Verweis oder einer Eingabeaufforderung und ist für sich genommen kein Problem. Wir begegnen ihm fast automatisiert.

Der häufige Kontextwechsel und die Neuausrichtung unserer Aufmerksamkeit bringen jedoch Widersprüche mit sich. Sie verändern unsere Art zu denken. Die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol verhindert die Rückkopplung auf höhere kognitive Systeme. Das Verständnis der Zusammenhänge bleibt oberflächlich. Wissen wird nicht im Langzeitgedächtnis abgespeichert und fehlt für die Bewertung zukünftiger Situationen. Was einst als Notreaktion in der Gefahrensituation gedacht war, lässt den Menschen im Dauerarbeitsmodus verbrennen. Die Wahrnehmung wird fragmentiert und zerstreut. Dabei wäre für eine Problemlösung oder eine Wertschätzung des Gesprächspartners, eine tiefe Aufmerksamkeit nötig. Die ständige Verfügbarkeit vieler Informationen bringt die Notwendigkeit mit sich, digitale Reize ständig zu filtern, zu kategorisieren, zu bewerten und uns zu entscheiden. All das und die schiere Menge und Häufigkeit der eintreffenden Informationen, erzeugt „digitalen Stress“.

Digitaler Stress – nicht jeder leidet darunter Weiterlesen…